Linux Umsteigerguide Teil 1

Linux ist ein sehr anpassbares System, wenn man sich damit auskennt. Gerade wenn man von anderen Systemen auf Linux umsteigen möchte, steht man erstmal vor vielen großen Fragezeichen. Was ist ein Kernel? Was ist eine Distribution? Was zum Henker ist eine Paketverwaltung? An dieser Stelle möchte ich diese Fragen beantworten, um den Einstieg in die Linux – Welt zu erleichtern.

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Begriffserklärungen

Was ist Linux? Was ist ein Kernel?

Ein Kernel beschreibt den Kern eines Betriebssystems. So handelt es sich bei Linux eigentlich nur um den Kern eines Betriebssystems. Gerne wird der Begriff Linux jedoch als Gruppierung für Betriebssysteme genannt, welche als Betriebssystemkern (=Kernel) auf Linux zurückgreifen. Vorteil an dieser Art der Architektur ist, dass der Benutzer die Möglichkeit hat, zwischen verschiedenen Versionen und/ oder Ausführungen dieser Kernel’s zu wechseln. ### Was ist eine Distribution?

Eine (Linux-)Distribution ist ein Betriebssystem, dass auf den Linux – Kernel zurückgreift. Jedoch umfasst der Kernel nur den Kern (also Dinge wie Hardwareverwaltung, arbeiten auf unterster Ebene). Der Benutzer möchte jedoch gerne auch direkt Programme mitgeliefert haben. Eine Benutzeroberfläche wird auch von einem Großteil der Benutzer preferiert. Ich liste an dieser Stelle einige bekanntere Distributionen auf, die man kennen sollte:

NameBeschreibungEmpfehlenswert fürHomepage
UbuntuUbuntu ist wohl eine der bekannesten Distributionen. Gleichzeitig wird bei Ubuntu versucht, das Betriebssystem so einfach zu halten, dass auch Technik-Laien damit klarkommen.Einsteigerhttp://www.ubuntu.com
Linux MintLinux Mint ist ein direktes Derivat ("Abkömmling") von Ubuntu. Jedoch setzt auf eine andere Standardoberfläche ("Cinnamon" bzw. "Mate"), dazu später mehr.Einsteigerhttp://www.linuxmint.com
DebianDebian ist der "Vater" von Ubuntu und Linux Mint (+ diversen anderen). Es hat den Vorteil, dass die Programme, die hier verwendet werden, als äußerst stabil gelten. Außerdem hat der Benutzer schon bei der Installation die direkte Wahl, was er auf seinem System installieren möchte und was nicht. Das geht zu diesem Zeitpunkt (Installation) bei Mint und Ubuntu nicht.Fortgeschrittenehttp://www.debian.org/
FedoraFedora ist (imho) eines der "HardcoreOpenSourceLinuxe". Hier sind alle Pakete quelloffen. Wenn man auf Nicht OpenSource-Software("geschlossene") verzichten kann, kann man auch Fedora in Betracht ziehen.Fortgeschrittenefedoraproject.org/
OpenSuseOpenSuse bietet in Form des Programms YaST ein mächtiges Kontrollwerkzeug, auf dem sich annährend alles konfigurieren lässt. Jedoch sollte man hierfür sich bereits ein wenig mit Linux auseinandergesetzt haben, da man bei vielen Einstellungen wissen muss, was sie bewirken.Fortgeschrittenehttp://www.opensuse.org/de/

### Was ist eine Paketverwaltung?

Imho ist einer der besten Punkte bei Linux die Paketverwaltung. Diese ist in verschiedenen Umsetzungen(apt/aptitude,rpm,pacman,zypper,…) auf annährend jeder Linux Distribution zu finden. Eine Paketverwaltung stellt sich wie folgt dar: Installiere ich auf einem System ein Programm, so installiere ich dessen Paket. Z. B. hat der Browser > Mozilla Firefox

das Paket> firefox

, dass auf meinem System installiert wird. Was für einen Sinn hat das? Ganz einfach. Brauche ich Firefox nicht mehr, kann ich das Paket deinstallieren. Hierdurch werden alle Teile des Firefox – Browsers wieder von meinem System entfernt. Das hat z. B. den Vorteil, dass ich bei Updates sicher gehen kann, dass keine alte Programmfragmente mir die Installation einer neuen Programmversion stören oder gar die Installation verhindern, wodurch ich erst nach diesen Suchen muss. In den meißten Distributionen gibt es für die Paketverwaltungen Oberflächen (unter Ubuntu/Mint ist es z.B. das Software-Center, unter OpenSuse Yast …) – folglich stellt auch eine Softwareinstallation für den Umsteiger kein sonderliches Problem da, auch hier muss man nicht unbedingt in die Tiefen der Konsole absteigen. ### Was ist DesktopManager? Was ist ein WindowManager?

Linux ist wie ich vorhin schon erwähnt habe ja nur der Betriebssytemkern. Dieser kümmert sich aber nicht darum, etwas graphisches (Oberfläche, im Fachgeschwafel gerne GUI genannt) darzustellen. Hierfür sind unter Linux verschiedene Dinge nötig (keine Angst, diese sind in der Praxis immer schon vorhanden und eingerichtet ;), es geht hier nur einmal um das Verständnis). Es existiert unter Linux ein so genannter Anzeigeserver. Es gibt den Anzeigeserver X.org, dem jedoch immer mehr durch neue Anzeigeserver wie Wayland (wird noch entwickelt), Mir (wird noch entwickelt) und weitere Konkurrenz gemacht wird. Jedoch arbeiten alle diese Anzeigeserver gleich. Sie bieten den "Unterbau" für die graphische Oberfläche. Zwischen unserer eigentlichen Oberfläche, dem Windowmanager, liegt noch eine weitere Schicht, der Desktopmanager. Letztere übernimmt grob gesagt einfach noch einmal weitere "Verwaltungsaufgaben" für die eigentliche Oberfläche (Windowmanager). Die Wahl des Windowmanager ist eigentlich mehr eine reine Geschmackssache. Es existieren unter anderem folgende graphische Oberflächen, bei denen man mit Linux arbeiten kann: – GNOME – KDE – XFCE – Cinnamon – MATE – Enlightenment – LXDE Ich könnte jetzt an dieser Stelle mich noch über die verschiedenen Vorzüge der einzelnen Oberflächen auslassen, aber das würde diesen ohnehin schon langen Post noch verlängern. Am besten ist, dass man sich einfach mal verschiedene Oberflächen ansieht und testet. Man kann diese Oberflächen sogar parallel nutzen (außer Cinnamon und Gnome afaik). ### Was ist ein Terminal?

Unter Linux ist es – so einsteigerfreundlich eine Distribution zu Beginn erscheinen soll – manchmal notwendig, mit Konsolenbefehlen in so genannten Terminals zu arbeiten. Jedoch ist bei Linux der große Vorteil, dass man eigtl. nie keine Hilfe findet. Zu jeder Linuxdistribution gibt es eine große Community, die auch meisstens helfen kann. Und je mehr man auf Linux arbeitet, desto mehr lernt man – quasi automatisch. Leider leidet Linux imho darunter, dass viele es für eine "massive Abfolge etlicher kryptisch verketteter Konsolenbefehle" halten. Dies stimmt inzwischen nicht mehr. Vieles wird genauso wie unter anderen Betriebssystemen mit einer graphischen Oberfläche konfiguriert. Jedoch ist es an manchen Stellen notwendig, mit der Konsole zu arbeiten. > So hier reicht es dann auch einmal – ein 2. Teil folgt demnächst.

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