Ein Wort zu Kombinationen im Distrochooser

Schon öfters habe ich Feedback bekommen, in denen man unpassende Ergebnisse beim Distrochooser kritisiert werden. Das ist z. T. wegen der noch nicht ganz fertigen Matrix berechtigt. In machen Fällen aber nicht direkt. Ein Beispiel:

mal das Ding getestet und es hätte Manjaro herauskommen müßen, habe mich als Profi eingetragen nur eben eine Gui als Softwareinstaller vorinstalliert wie eben Manjaro. Hoffe mal das das nicht für Anfänger ähnlich endet. Sorry für mich durchgefallen.

Ich habe lange überlegt, wie ich diese Problematik anschaulich erläutern kann, sodass klar wird, warum solche Ergebnisse nicht zutreffen können. > Ich will mit diesem Beitrag keinem ans Bein pinkeln – ich will nur was klarstellen, um zukünftige Missverständnissen vorzubeugen 😉

Im genannten Fall ist es recht einfach. Manjaro ist eine Distribution, die zwar auf der für Profis geeigneten Distro Arch basiert, aber sich auf Einfachheit und Benutzerfreundlichkeit fokusiert. Daher kann man auch als Anfänger mit Manjaro klar kommen. Das nur als Beispiel. Und genau das ist der Punkt. Gibt man dem Distrochooser zu verstehen, dass man Profi ist, wählt aber im weiteren Verlauf Antworten aus, die eher auf einen Anfänger zutreffen könnten, besteht die Wahrscheinlichkeit, dass nicht gerade die persönlich präferierte Distribution ermittelt wird, da ein Teil der Antworten eher auf einen Anfänger hindeuten. Natürlich wird die persönlich präferierte Distribution bestimmt in der Ergebnisliste auftauchen, da deren Charakteristika bestimmt auch mit den eigenen Antworten übereinstimmt, aber eben nicht so weit oben, wie man es sich direkt wünscht. In extremen Fällen mit sehr komplexen Antworten kann es auch sein, dass die präferierte Distro gar nicht auftaucht. Dann ist es so in etwa, als würde man eine Kuh mit Salami füttern und erwarten, das man Salat ernten kann. > Ich will nicht verheimlichen, dass der Distrochooser zwar technisch sehr weit fortgeschritten ist, aber die Matrix dahinter noch übearbeitet wird.

Rein aus statistischer Sicht ist die Situation bei „blutigen“ Anfängern klar. Er wird so antworten, dass sich das Gesamtbild eines Anfängers ergeben wird. Das ist auch Ziel des Distrochoosers und stellt kein Problem dar. Aber auch dann muss ich sagen, dass der Distrochooser eine Orientierungshilfe bieten soll und keine in Stein gemeisselten Ergebnisse ausspuckt. Die Gefahr ist, so ist es mir in den vergangenen Monaten aufgefallen, dass viele den Distrochooser voreingenommen testen. Es kann nicht funktionieren, den Distrochooser zu testen und durch eine komplexe, für den Distrochooser nicht geeignete Antwortstruktur zu geben und sich anschließend zu wundern, dass die Ergebnisse von dem Wunschergebnis abweichen – bzw. generell: Der Distrochooser spuckt nicht immer die Lieblingsdistribution aus. Zusätzlich ein weiterer Aspekt. Viele testen den Distrochooser als „Linux-Bestandsnutzer“. Die Zielgruppe des Distrochoosers richtet sich jedoch klar an Anfänger in der Linux Welt. Man gibt als solcher Bestandsnutzer natürlich andere Antworten als ein Anfänger in der Materie. Dadurch ergibt sich eine Komplexität, welche wieder abweichende Ergebnisse zu Tage bringt, als man erwartet. Es ist im Endeffekt die gleiche Situation wie im Abschnitt davor. Und wenn man gerade Distributionen wie Manjaro nutzt, die wie erwähnt auf einer anspruchvollen Distro basieren aber sich nach außen hin recht anfängerfreundlich präsentieren, ist der Schleudergang für den Distrochooser vorprogrammiert. Ich bin wirklich für jede Form von konstruktiver Kritik dankbar, die das ganze Projekt weiterbringt. Jedoch muss man sich klar machen, dass der Distrochooser ein Dienst für Anfänger und nicht für Profis ist. Ich bitte das zu beachten.

Danke :).

Christoph

Programmierer. Linuxuser. Blogger. Macher vom Distrochooser. Auch unter me@0fury.de erreichbar (PGP).

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