Boing, Boing, BOINC

Ich habe jetzt schon seit Längerem meinen NUC als Entwicklungsplattform im Einsatz. Nebenher benutze ich auf dem System noch einige weitere Dienste. Dennoch lässt sich damit keine sinnvolle Daueraufgabe herstellen, mit der ich das System zu 100 % auslaste. Daher gibt es viele Leerlaufzeiten. Zusätzlich programmiere ich auf dem System ja nicht durchgängig, sondern eher wenn es die Zeit und Energie ermöglicht. Daher habe ich mich gestern dazu entschlossen, Rechenkapazitäten dem BOINC-Projekt zur Verfügung zu stellen. BOINC steht für Berkeley Open Infrastructure for Network Computing, dabei handelt es sich um ein Projekt zum verteilten Rechnen. Die eigentliche BOINC-Software ist Open Source und findet sich in jeder gängigen Paketverwaltung. Ich persönlich habe sehr wenig mit dem Thema verteiltem Rechnen zu tun geschweige kenne ich mich mit den in den Berechnungen behandelten Forschungen aus. Aber ich kann damit bisher ungenutzte Kapazitäten einer sinnvollen Verwendung zuführen. Natürlich handelt es sich bei dem NUC mit seinem Celeron-Prozessor nicht um eine „dicke Kiste“. Aber Kleinvieh macht ja bekanntlich auch Mist. Mein Hintergrund Zunächst ist ein Beweggrund der sinnvollen Nutzung von bisher nicht weiter benutzen Ressourcen. Über BOINC kann man aktiv festlegen, für welche Projekte man Ressourcen freigeben möchte. Ich habe mich dafür entschieden, Kapazitäten für medizinische Projekte bzw. Projekte der Biologie freizugeben. Warum, dass kann ich in einem Satz begründen:

Wer weiß, vielleicht profitiert man eines Tages von Medikamenten, die zu einem winzigen Anteil durch solche Berechnungen unterstützt wurden 😉

Daher habe ich 3 Projekte aktuell bei mir konfiguriert: – rosetta@Home

  • POEM@Home
  • malariacontrol.net

    Natürlich könnte man mehrere Projekte konfigurieren, aber ich mag es übersichtlich 🙂 Ich finde es sehr interessant, dass man sehr viele statistische Daten über die gemachten Berechnungen finden kann (ich mag Statistiken!). Die meisten Projektseiten basieren auf der gleichen Software, sodass man die Funktionen projektübergreifend finden kann. Statistiken für meinen NUC, von rosetta@home (https://boinc.bakerlab.org/rosetta/) Nebenbei sei erwähnt, dass man sich solche Urkunden generieren lassen kann. Ich finde, dass ist doch ein nettes Gimmick. Ausdrucken und Einrahmen….okay, das war mehr ein Scherz. Aber..da war doch was mit Strom? Natürlich frisst jede Hardware, wenn sie nicht im Leerlauf ist, mehr Strom. Ich habe der Berechnung selbst enge Grenzen gesetzt, was die Berechnungen angeht. So werden Berechnungen nur an 3 Tagen der Woche durchgeführt. Und auch dann gebe ich nicht 100 % der Ressourcen frei, um den Stromverbrauch (und Verschleiß) nicht gleich in astronomische Höhen zu treiben. Recht interessant: Trotz deutlich gestiegener Auslastung (rechts, ich bitte den beschädigten Graphen zu verzeihen, ich hatte ein Munin-Problem) geht die Temperatur nur mäßig hoch und bleibt unterhalb meiner „Wohlfühlgrenze“. Wie sich das Ganze auf den Stromverbrauch auswirkt, wird sich zeigen. Hierfür muss ich noch entsprechende Hardware anschaffen. sensors_temp-week (1) cpu-week Fazit Ungenutzte Ressourcen für Forschungszwecke freigeben führt diese einer sinnvollen Verwendung zu. Natürlich alles nur in einem Rahmen, wie man es selbst vertreten kann. Wenn mir der Stromverbrauch zu hoch wird, könnte ich die Nutzung auch wieder einstellen. Das wird sich zeigen.