Spielen unter Linux: Das sollte man beachten

Spielen unter Linux ist momentan noch zum Teil ein komplizierteres Unterfangen. Abgesehen von der Verfügbarkeit diverser Spieletitel sollte man einige Punkte beachten, da einem sonst schnell der Spaß am Spielen vergehen kann. Ich möchte an dieser Stelle einige Vorschläge machen, die sich bei mir als hilfreich erwiesen haben.

Empfohlene Distribution nutzen Aufgrund der Menge an Distributionen unterstützen viele Hersteller zwar mehr oder weniger alle Distributrionen, aber aufgrund von unterschiedlichen Kerneln, Bibliotheksversionen etc. kommt es dennoch zu Inkompabilitäten. Daher würde ich empfehlen, die Distribution zu nutzen, die vom Hersteller empfohlen wird. Sollte keine Distribution empfohlen worden sein, sollte man eine möglichst unproblematische Konfiguration im System benutzen. Das heißt, man sollte keine Experimentalversionen nutzen, gerade wenn es an Punkte wie Grafik, C-Bibliotheken bzw. anderer essentieller Software geht. Momentan wird vor allem Ubuntu und seine Derivate unterstützt. Beachten sollte man bei Linux Mint (was ja auf Ubuntu basiert), das es sich auch als Linux Mint zu erkennen gibt. Es gibt Spiele, die nicht erkennen, dass es sich dabei im Endeffekt auch nur um ein Ubuntu System handelt. Da könnte es trotz der gleichen Basis zu Problemen kommen.

Geeigneter Desktop Es gibt Desktops, die besser mit Spielen klar kommen als Andere. Ich habe mit KDE 5 bisher die besten Ergebnisse erzielt. Dieser hakt kaum mit Fullscreen-Anwendungen. Natürlich sollte man bei KDE erwähnen, dass er nicht gerade schlank ist. Bei einem halbwegs modernen Desktop-Rechner sollte dies aber kein Problem darstellen. Besonders problematisch hingegen sind Tiling-Manager. Hier machen Spiele doch sehr umfangreiche Probleme.

Geeignete Hardware Dieser Punkt ist doch etwas strittig. Ich möchte hier keineswegs Werbung machen, aber die Mixtur aus wirklich schlechten Treibern macht aus der besten Hardware eine Katastrophe. Aus meiner Erfahrung konnte ich mit einer NVIDIA Grafikkarte deutlich bessere Ergebnisse erzielen als mit meiner damaligen AMD Grafikkarte. Ich kann nicht genau beziffern, an was die Probleme lagen, aber ich würde behaupten, dass es auch an den doch wirklich schlechten geschlossenen Treibern des Herstellers lag. Diese sind schon länger in der Kritik, da sie nicht besonders gute Ergebnisse erzielen. Problem zusätzlich: Auch mit den freien Treibern lässt sich oft kein wirklich besseres Ergebnis erzielen. WT Screenshot AMD Karte

Ich nehme inzwischen an, dass diese Grafikfehler auch treiberbedingt waren. Übrigens: War Thunder läuft in einer neueren Version mit NVIDIA Grafikkarte ohne größere Probleme bei mir auf 50-60FPS. Generell würde ich empfehlen, die Treiber vom Hersteller zu nutzen, auch wenn diese geschlossen sein sollten. Oft kann man (noch) eine bessere Leistung erzielen als mit den freien Treibern. Gebt Feedback! Gibt an den Hersteller Feedback. Berichtet Fehler. Ansonsten kann die Kompatibilität mit bestimmten Linux-Distributionen nicht verbessert werden, wenn der Entwickler die Probleme auf den einzelnen Distribution nicht kennt. Natürlich liegt es im Ermessen des Herstellers, ob er was für die Kompatibilität mit bestimmten Distributionen tut, aber berichten kann man ja trotzdem.

Christoph

Programmierer. Linuxuser. Blogger. Macher vom Distrochooser. Auch unter me@0fury.de erreichbar (PGP).

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